Sunday, September 6. 2009Sinnkrise Hast du wieder eine Sinnkrise, wurde ich heute gefragt. Eine sehr
beunruhigende Frage, die eine (wieder) abstrakte Monstrositaet im Finstern anspricht. Die enthaltende Unterdrueckung
des Geistes ist diese: 1) substanzielle Anwendung als rhetorische Schnellschuß-Frage. [formalistische Dummheit] 2) Protofaschistische Grundannahme von einer universellen Sinneinheit unseres Lebens - als System scheinbarer Ordnung. [materielle Dummheit] 3) Repressive Anwendung zur Vertiefung eines "tieferen" Gespraechs als Haken ohne Wurm. [romantisierende-idielle Dummheit] Wie charakterisiere ich solche Frage-Antwort-Verschlingung ohne Knoten, ohne Gesicht des offenen Diskurses? Wer versteckt sich hinter der Maske von Gegebenheiten? Wer peitscht mit dem Fetisch der fragenden Dummheit auf seinen Naechsten ein? Wer erwartet ein bedauerlich ueberdauerndes bejahen? Mein Argwohn ist es, diese Sinnkrise durch die Frage nach der Sinnkrise selbst mit gewisser Unstimmigkeit zu beantworten und zwar ohne eine Antwort vorzugeben. Ein Austausch ueber die Inhalte eine Sinnes kann nur provisorischer Aspekt sein, etwas instabiles, etwas gefaehrliches. Mit anderen Worten: eine Verfaelschung der Fassade, die man doch selbst zu ueberwinden versucht. Einen trivialen Sinn zu haben, heißt etwas utopisches zu leben, was man sich selbst erdacht hat und deshalb auch umso fragiler ist. Diese Kruecke jedoch reicht als fiktionale Rueckkopplung zur Eingangsfrage und die vielmehr erloesende Entkopplung zum nervoes fragenden Pseudointellektualismus. Die traditionellen Konzepte, oder populaeren Auffassungen zum Sinn fuehrt ueber eine systematischen Ideologiekritik nur in eine Sackgasse fuer das Subjekt. Ein Subjekt , daß sich in einer soziokulturellen Schematik aufgebiert: Was ist Wirklich und was ist Einbildung? Auf welcher Ebene der Reflexion stehst du selbst und was sind deine Grenzen? Vertrauen wir uns beispielsweise selber etwas zu? Wie vergewisser ich mich, daß ich auch ich bin? Das Dilemma ist offensichtlich: man benoetigt doch mindestens ein 2. Subjekt, oder eine ich-fremde Konsistenz um zu reflektieren. Analog zur Geometrie kann man sich nun verschiedene Vektoren denken, Flaechen spannen und ein Raum bilden - um seine Position im naiven Sinne ueberhaupt feststellbar zu machen. Im Moment einer solchen Wechselwirkung geschieht Philosophie: Abstoßung der Grenzen, Abschirmung der strukturellen Dummheit, zerreißen vordergruendiger Ideologientexte und aufsuchen verborgener Botschaften. Die vektoriell gezogene Eingangsfrage ist also die paradoxe Wechselwirkung zwischen nicht kommunizierter Selbsterkenntnis und dem detailiertem Ekzess der Selbstaufloesung. Jawohl, ich bin in einer Sinnkrise - aber eher als positivierte Diagnose einer Wahrheit von der Bedeutungslosigkeit und ihrer resultierenden, bissigen Freiheit. Tuesday, September 1. 2009Ordnung III Ist alles in Ordnung, werde ich ab und zu gefragt. Warum sollte es das nicht
sein? Ist denn alles in Unordnung, oder ist vielmehr etwas nicht in Ordnung?Jetzt habe ich die intuitiv greifbare Methode, den dialektischen Gegensatz/Antonym, sowie die Verneinung/Negation angesetzt. Warum erst im dritten Denkabschnitt naechtlicher Entfieberung? Eventuell liegt es mir ferner sofortig das Ockhamsches Rasiermesser anzusetzen, d.h. einzufordern, daß wir nur solche Begriffe und Entitaeten zulassen, die der Vernunft, oder Erfahrung zugaenglich sind. Ordnung hat etwas okkultisch-myrmikonisch anmutendes, wenn man sich nun ueberlegt, ob und wie sie ueberhaupt ensteht, bzw schon als Principium vorhanden ist. Betrachten wir das ordnen des Erkennbaren als ein Denkprozess, so vollzieht sich nicht nur eine unmittelbare mentale Konstruktion und Wahrnehmung, sondern auch ein einbinden des Selbstbewußtseins. Ein denken ohne Ordnung in schematischen Rahmen und Kategorien bis hin zu Zeichen und Assoziationsbindungen scheint gar nicht moeglich. Zum Beispiel steht ein jeder gedachte Satz, der ein Denkelement faßt, in logischer Verknuepfung (innerhalb eines Ordnungssystem der Grammatik) zu einem weiteren Satz. So gelangt die Ordnung als Ordnung von logisch bestimmten Gedanken zum Wesenszug der Philosophie. Die Idee der Ordnung verbleibt aber nicht nur als Bildniss ihrer selbst, sondern ist gleichermaßen substanziell erfahrbar. Myrmikonisch gesprochen laeßt sich alles "Seiende" mit Sinnvermoegen und Verstand (transzendentales Schemata) ~also geistig~ durchringen und zBsp Form und Materie zusprechen. Muster, Modelle und Urbilder fuegen sich anschließend als mentale Konstruktion durch die Axiomen und Systeme der Naturgesetze. Diese Art Ordnung finden wir in einem (apriorischen) Raum-Zeit-Kontinuum vor. Die sich ableitende Frage ist nun, inwiefern unser Ordnungsempfinden schon mit diesem Gefuege korreliert, bzw ob der Geist die Materie bestimmt, oder umgekehrt. Weiterhin mueßten wir klaeren, ob nicht die Ordnung eine unendlich große Teilmenge der Unordnung ist. In Anbetracht der Chaostheorie und Quantenphysik scheint uns also die Eingangsfrage zu diesem Blogeintrag als Dorn im Auge. Abgesehen davon -und ich kuerze hier rigoros- wenn man nicht von einer uebernatuerlichen, religionsstiftenden Ordnung ausgehen will, dann bleibt einem als Forscher nur ein "Rest" deterministisches System zu entdecken. So gereicht die Ordnung der Ordnung von kausal bestimmten Wirkungen als Kern der Wissenschaft(en). Das Beduerfnis die Welt zu verstehen hat sicherlich jeder. Man begibt sich auf die Ursachensuche, auf die Suche nach Weisheit und Wissen. Eine Frage folgt auf eine andere Frage, ebenso wie Wirkungen notwendig andere Wirkungen hervorrufen. Je mehr aber Wissen angesammelt wird desto bunter kann es einem werden, denn was ist eine Weisheit wert, die eine andere Weisheit ausschließt und mit welcher letzten Sicherheit koennen wir ein Modell von einer Wirklichkeit als wahr annehmen? Warum scheint es mir nur unmoeglich die 5. Dimension zu denken? Bei diesem Durchdrinungsversuch gewinnt Hypnos. Bevor ich zum Opfer meiner Wirrung in die Arme des Chaos laufe, fall ich lieber verwirrt in den Schoß der Nyx. Monday, August 31. 2009Ordnung II
Ist alles in Ordnung, werde ich ab und zu gefragt. Warum sollte es das nicht sein? Ist Ordnung alles?
Natuerlich wirkt es sehr einfaeltig eine Gegenfrage zu formulieren, indem man einfach die Worte ~woertlich~ im Mund umdreht. Ein Genius imitiert einfach diese In-signifikanz um sich selbst zu schuetzen, behaupte ich. So koennte man die ernsthafte, metaphysische Betrachtung auf einen Spiegelneuronenreflex reduzieren und sich umdrehen und auf WC gehen. Freilich wird aber keiner wirklich zufrieden sein, wenn sich ein solch gewaltiger Eisbrecher in noch haerteres Eis vergraebt. Wie ihr schon ahnt, wird dialogisierendes Glasperlenspiel kein Genuß, solange nicht bekannt ist, welche mentalen Konstruktionen zu Ordnung und Alles vorliegen, bzw ihr Zusammenhang nicht geklaert ist. Auch breche ich mit den Dialektikern, die annehmen jegliche Metaphysik durch objektive Logik verdraengen, oder aufheben zu koennen. Ein Beispiel dazu, was Alles verreint, sei ein von mir favourisierter Frauentyp, der fuer mich allein Alles bedeuten koennte und sowohl jegliche Ordnung zum einstuerzen bringen wuerde. Welche Kraft solch ein Geschoepf besitzt vermag ich nicht auszuschreiben. Warum auch? Der Keim einer von mir gewuenschten, zukuenftigen Amazonen-armee erstickt sich sowieso von selbst durch fehlende Hierarchieenbildung. - Das nur als Zufallsgedanken nebenbei- , es gibt keine Unterordnungsgefaelligkeit, als haetten sie ein genetisch codiertes Olbers-Paradoxon. Der soziale Abstand zwischen Frauen bemißt sich an dem Grad der Schoenheit. Dieser faellt ebenso Variabel aus, wie der Abstand zwischen Sternen sowie ihre Leuchtkraft, nur daß bei Frauen auf dem gleichen Level sich oftmals noch Gruppen herausbilden koennen. Durch solche Frauencluster mit diverser Anziehungskraft ist es schwer zu navigieren. Bekanntlich wirkt die Gravitation staerker, je naeher man ihnen kommt. Sobald man schon Sichtkontakt hat, ist man im Netz der Kommunikation eingespannt. Bitte gebt nichts auf den herrschaftsfreien Diskurs, ihr wuerdet einfach nur auf ewig kleben bleiben und irgendwann in 3Seiten-Briefe und Freundesfallen enden. Lieber hindurchschreiten, oder kollidieren! Ein sanftes Hallo Kosmos sei die Eingangsfinte, die eine maennliche Spinne dem Weibchen als Opfer ins Netz darbietet: "Ist alles in Ordnung?" Sicherlich ergibt sich der Sinn von Alles daraufhin! In diesem Fall gewinnt Eros. Bei mir steigt er ab dem 5. Kuss im Neuronengewitter ein. Friday, August 28. 2009Ordnung
Ist alles in Ordnung, werde ich ab und zu gefragt. Warum sollte es das nicht sein? Wer bestimmt denn die Ordnung, und
was ist der Rahmen von Alles? Mit einem solchen rostigen Idiom mag man gerne auf meine Befindlichkeit einbohren. Viele
Menschen reagieren im Muster des geringsten Widerstandes und entgegnen ein simples ja, oder nein, um auf den
intendierten Kern der Frage zu wechseln. Ohne weitere Reflexion kann ein jeglicher potentieller Diskurs in ein
duemmlichen Dialog zerfallen. Im TV werden derartige Dialogrunden kultiviert, die aber kaum etwas mit dem Mensch-sein
zu tun haben. Phraseologie-forscher sehen eine unerschoepfliche Fundgrube, aber kann und darf das kreiseln von
routinierten Sprachketten als Souffleur fuer den tatsaechlichen (mentalen) Zustand eintreten? Der Verdacht liegt nahe,
daß das Gehirn trickreich Denkprozesse vermeidet, oder mit schon durchdachten Denkpaketen die (weniger reizvollen?)
sozialen Interaktionen bestreitet. Was ich fuer Datenmuell und Gedankenverstopfung erachte, haelt Großmuetterchen aber
fuer angesammeltes Kulturgut, daß nach ihrer Maßgabe einen Grad von Zivilisation anzeigt. Sobald ein Bub die
Sprichwoerter kennt, gilt er schon als gescheit, oder gewandt. So wird schon ueber Generationen hinweg eine
schreckliche, weil duemmliche Evolutionsschlaufe gestrickt, sobald man damit erfolgreich das andere Geschlecht
becircen kann. Je reicher das Angebot, desto umfangreicher jedoch aber aussagenloser die Gespraeche.
Sprechakt heißt in dem Fall also eher kommunizieren durch Kulturabgleich bei gleichzeitiger Beschwichtigung der
kognitiven Kraft durch Daten-muell. Ohnehin verlangt wohl diese Ebene des flirtens (ist das eine Unterart des
smalltalks?) eher eine koerperliche Annaeherung.
Wenn nun ein solcher Unhold_Inn mir eine solche Perle an Fragestellung ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit schubst,
moechte ich sie natuerlich dementsprechend anspielen, daß ich dieses morbide Sprachspiel gewinne. Zuerst betrachten wir
die Stoßrichtung als Motiv/Zweck, den Impuls als Intention/Ausrichtung und die Rotation der Murmel als Aktualitaet bzw.
persoenlichen Bezug, oder Reibungspunkt. Des weiteren ist die Beschaffenheit zu untersuchen. Welche Materie, also
Bedeutung vorliegt, die Masse, bzw Gewichtigkeit und vor allem die Faerbung der Perle gibt Auskunft zur gewollten
Wirkung. Nun, es scheint kompliziert, aber ein Meister des Perlenspiels erkennt unzaehlig weitere Facetten. Wichtig
ist, sich aber auf wenigstens 3 Hauptmerkmale zu fokussieren, um entweder einen direkt entgegengesetzten Stoß
anzubringen, wie eine Gegenfrage (siehe Einleitung), oder einfach zu streuen - allerdings muß man treffen. Ein
Aufbauspiel ist umso einfacher, je linearer und ungeschickter dein Gegner ist. Ein bornierter Mensch setzt meist mit
dem gleichen Winkel an, kann aber die Kugel logisch vorwaerts schieben, ein intuitiver Spieler dagegen ergibt sich
meist affektionalen Denkpausen und streut seine eigene Kugeln selbst und umso chaotischer sein Zug. Die extremen
Spielertypen koennen auch leicht andersfarbige Perlen spielen usw. - nichts aber ist heimtueckischer, als nicht
(mehr) aufzupassen, wohin die Murmeln rollen. In diesem Fall gewinnt Dionysos. Bei mir steigt er ab dem 3.
Bier im Gedanken-roulette ein.
Monday, April 14. 2008Agenda 2008 - Projekt "Ich" = gescheitert Die akademische Selbstverpflichtung verknuepft sich nun auch an ein
materiell bestimmtes Wollen, daß sich nun durch die strengere Vermittlung meiner stimmkraeftigen Mutter verstaerkt. Ich
solle etwas tun, worauf ich nur lakonisch bemerken konnte, daß ein Streit kein Anfang sein kann.
Zwingt mich die Vernunft zur Vernunft? Warum klammern sich alle an der Vernunft? Ich sollte demnaechst nur Eintraege verfassen, wenn ich Antworten habe und weniger Schlaftrunken bin. Eine Antwort steckt auch in Verantwortung. Das scheint nun gerade als zu belaechelndes Sprachspiel aufzutreten, aber wenn man es sich genauer ueberlegt: Verantwortung ist die Verortung des Ichs und zwar zwischen den Entscheidungen, die man trifft. Gerade der Umstand, daß man sich zu jeder Handlung entscheiden muß, ist man auch fuer sein Nichts-tun verantwortlich, welches man waehlt. Letztendlich ergibt sich fernab aller Tugenden und Suenden eine der einfachsten und doch weitreichenden Handlungsanweisung durch die Vernunft. Sie ist vorzuziehen, da der Verstand ein Instrument des Geistes ist, den jeder bedienen kann, insofern er sich als homo s. sapiens bezeichnen lassen will. Saturday, August 18. 2007Cthulhu - ein Mythos? „That is not dead which can eternal lie,And with strange æons, even death may die“ „Das "Necronomicon" des Cthulhu-Mythos soll etwa im Jahr 730 n.Chr. von dem Schriftsteller Abd Al'Azrad [...] verfaßt worden sein.“ (vgl Wikipedia) Das muß wohl in etwa so gewesen sein, wie heute Abend auf der Bank neben dem japanischen Palais. Etwas gruener Zuendstoff und schon ensteht ein "interdimensionales Wesen mit uebernatuerlichen Kraeften". Entweder hat man zu viel Zeit, oder das Angebot an anderen Mythen, wie die Jesus-saga scheint zu absurd fuer den benebelten Verstand. H. P. Lovecraft, ein amerikanischen Horrorautor, hat mit seiner Fassung "Necronomicon" eine ganz annehmbare und wenigstens noch erzaehlbare Vorstellung festgehalten. Cthulhu selbst scheint ein eher eigensinniges Wesen zu sein, daß uns als "boese"dargestellt wird, da es das Leben auf der Erde verdraengt, insofern es selbst wieder lebt. Es sei gerade in einem totenaehnlichen Schlaf auf dem Meeresgrund liegend. Eventuell will es auch gar nichts anderes, als schlafen. Wer kann schon sagen, ob der Koerper ueberhaupt eine notwendige Bedingung fuer Cthulhus Existenz darstellt, ob es nicht gerade in einem Paralleluniversum oszilliert, oder aehnlich wie ein Quant, bewußt per Realitaetsueberlagerung autopoetisch transzendiert. Wir wissen eigentlich gar nichts zu diesem Phaenomen - es bleibt ein nebuloeser Gedanke, eine gute Geschichte. Man stellt es sich vor als gruenlich schimmerndes Tentakelwesen. Zumindest kann man hier eine Unterscheidung zu den anderen maechtigen Wesen treffen, die im Necronomicon geschildert werden. Ansonsten waeren solche Ueberlegungen eher ephemer und enden in eben solchen formlosen Imaginationsversuchen, wie der Dunst selber, die sie entstehen lassen haben. Ja es war guter, scharf gedrehter Stoff! Anja ist natuerlich an allem Schuld. Sie kann wahrscheinlich nur mongolisch, um uns mit noch mehr exquisiten -zwirbelscharfgedrehten- Kopfbrechern zu konfrontieren. Genau solche quirligen Momente begreife ich epistemischen Beweis fuer die Frau (allgemein) als Quelle der Inspiration. Wie war nocheinmal ihr Wort fuer... Vagina? Sunday, June 10. 2007Rezension - Danny Wallace "Ja"
Ja und Nein: zwei maechtige Worte, fuer die es im lateinischen Sprachgebrauch keine klare Entsprechung gibt, gelten
heutzutage als die staerksten Ausdruecke, um die eigene Entschlußfassung zu formulieren. Was aber passiert, wenn man
einfach zu jeder Frage, zu jeder Moeglichkeit und auf jedes Angebot ein „Ja“ sagt?
Danny Wallace wagt das Experiment und begibt sich auf dem Pfad entlang ungeplanter und grundsaetzlich nicht
vorhersehbarer Ereignisse. In seinem autobiografischen Buch „Danny Wallace – Die Geschichte eines Mannes,
der nicht mehr Nein sagen wollte“, beschreibt Danny mit Hilfe seiner Tagesbuchaufzeichnungen, ein halbes Jahr
Experiment, das sich zu einem wirren Lebenspfad entwickelt. Der Ausgangspunkt seines Abenteuers und den entsprechenden
Impuls gibt ihm ein fremder Mann mit einem einfachen Ratschlag. Nach einem Moment der Erleuchtung aendert sich fuer
Danny schlagartig sein Leben. Aus einem phlegmatischen Langweiler mit der Tendenz zum Cocooning , einem typischen
Stubenhocker, wird mit der ersten Minute des Experimentes ein weltoffener Kosmopolit. Ploetzlich geht Danny mit seinen
Freunden wieder in die Pubs seiner Heimatstadt London, trifft sich sogar wieder mit seiner Exfreundin, besucht Parties,
die er sonst meidet. Der neue Begleiter „Ja“ uebernimmt die Entscheidungen und Danny nutzt jede Gelegenheit,
die sich ihm bietet, um „Ja“ zu sagen. Die engsten Freunde Ian und Wag sind besorgt, koennen jedoch die
absurde Verflechtung der folgenreichen Ereignisse nicht aufhalten. Die „Jas“ bringen den neu geborenen Yes
Man nach Amsterdam, Stonehenge, Edinburgh, Suedwales, Barcelona, Singapur und Australien leiten. Danny eroeffnet sich
eine neue Welt voller Moeglichkeiten. Er sammelt Erfahrungen und Wissen, lernt Menschen kennen und gewinnt sehr leicht
neue Freunde. Diese Unbefangenheit und Leichtigkeit erfaehrt der Leser auch ueber den Schreibstil und Sprache.
Eine rasante Story mit teilweise sehr erheiternden Wendungen. Der Uebersetzer Jörn Ingwersen hat scheinbar jede Pointe
getroffen und der Stil ist erfrischend lebendig. Mit etwas Abstand zur Hauptfigur gewinnt man Freude an der Entwicklung
der fast ueberzeugenden, da sehr ungewoehnlichen Story und den wundersamen Begebenheiten.
Dem Autor gelingt auf eindrucksvolle Weise die Magie des Wortes „Ja“ zu ergruenden. Also: Oefter Ja sagen!
Originaltitel: The Yes Man Originalverlag: Ebury Press Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen Dt. Erstausgabe Taschenbuch, 576 Seiten, 11,8 x 18,7 cm ISBN: 978-3-442-46240-7 Goldmann - Verlag Saturday, June 2. 2007Nachtrag Mai
Nach geraumer Zeit sind 2 Hoehepunkte verstrichen: der 300. Geburtstag von Carl v. Linné am 23. Mai, sowie die
philosophische Tagung "Was ist der Mensch" an der TU Dresden , geleitet von der Max-Scheler-Gesellschaft und
Helmuth-Plessner-Gesellschaft, die soeben zu Ende gegangen ist.
Natuerlich gab es ein geowissenschaftliches Kolloquium, sowie eine Einladung vom Institut der Philosophie zur Tagung,
jedoch sind kaum Menschen und vor allem nicht jene erschienen, die ich -von der Expertise abgesehen- erwartet haette .
Die TU Dresden scheint noch nicht bereit fuer das Informationszeitalter, da man eigentlich erwarten koennte, das
interdisziplinaere Veranstaltungen auch Fakultaetsuebergreifend angezeigt werden, jedoch tatsaechlich nur
Institutsintern! jeweils ein Verweis existiert(e). Der TU Dresden fehlt ein Blackboard mit allen Terminen
chronologisch Uebersichtlich dargstellt. Der Student selbst entscheidet dann, was fuer ihn Information bedeutet und
kann auswaehlen, was ihm konform zur Idee des Studium Generale zusagt. (Eventuell mal nach web 2.0 "googlen" und die
Event einfach in einer riesen "Tag"-wolke anzeigen lassen.) Ich selbst habe durch die fehlende Eintragung ins
exmatrikulationsamt.de versagt: akademische Selbstverpflichtung bedeuted hier auch Vorbild sein, heißt das "cui bono?"
mit "Alma Mater" zu beantworten!
Was ist der Mensch? Bleibt die Antwort auf "was macht uns Menschen aus?" Die Bemuehung um das Wesen Mensch, eroeffnet in der philosophischen Anthropologie ab dem 19.Jhrd eine breite Ideenschoepfung von Cassirer ueber Scheler, Plessner, Heidegger, Hoenigswald, Bloch, Bühler, Simmel und Husserl. Der Kunst der Komparatistik entgegen moechte ich ein persoenliches Fazit zur Perspektive Schelers Weltoffenheit und Plessners exentrische Positionalitaet anbringen: ich halte das Prinzip der "ordo amoris" umformulierbar - in etwa, wie Feuerbachs Projektionstheorie, dann kann man es auch als konstitutiv/zukuenftige Wesenbestimmung mit der souveraene Selbstbesinnung nach Plessner , versoehnen. Thursday, April 26. 2007Tequilaparty Wu5 - Erkenntnisse
Von ganz anderer Sorte wird dieser Eintrag, geschrieben im 3.Stockwerk des Elfenbeinturmes -vor der Barke der
Verzweiflung. Bevor jemand entgueltig einen Entschluß faßt und sein Schicksal so anpackt, daß es , vom Urteil
losgeloest, nur von Vorteil sein kann, dann steht er an diesem Wendepunkt der Gezeiten. Das letzte Tor zum
Treppenaufgang ist die Selbstueberwindung. Eine von mir lange mitgeschleppte Meinung relativiert sich: das Prinzip ist
weniger von Bedeutung, als vielmehr die Findung. Man erinnere sich an den Esel, der sich nicht zwischen 2 gleichende
Heuhaufen entscheiden konnte und solange abwaegte, bis er verhungerte. Die letzte Tequilaparty ascendierte ich -ueber
einen wachen Moment- auf Ebene 3: ueber die Illusion (2) und die reine Existenz (1) hinaus. Es gibt fuer solche
Gebaeude keine festen Strukturen, wie die 36 Kammern der Shaolin, sondern eine Falle formt sich nach den Vorstellungen
des Geistes, oder eben den Beduerfnissen des Koerpers. (1) Das wimmelnde, einfache Sein , welches sich den diversen
Befriedigungen koerperlicher Genuesse genuegt, faellt immer wieder zurueck in die jeweilige Fallgrube des Hungers und
Schlafes zum Beispiel. Die Masse erkennt das Fundament, ist aber entweder zu traege, oder wagt sich nicht den
philosophischen Grundfragen zu stellen. (2) Allein der Versuch diese zu beantworten und das Bemuehen um Kultur und
Wissenschaft, oeffnet einen jeden Menschen wunderbare Alleen zu jedem Ort der Welt. Je gewissenhafter man sich diesem
Dasein hingibt, desto mehr Obelisken, Brunnen, Wege, Oasen, Pylonenreihen und Saeulen mustern die Mappe des Wissens. Es
gibt scheinbar keine Grenzen, dessen Vorstellung schon die erste Illusion darstellt. Die Vorstellung stellt sich nur
vor, was sie sich vorstellen kann. Das Wissen weiß nur, was es wissen kann. Toericht waere es, wenn man es durch die
ueberlieferte Philosophie "eigentlich" besser weiß, aber die Umstaende so anerkennt. Das heisst, um auf (3) zu kommen,
muss man die Sanktuarien seiner Aengste, Traeume, Theologien verlassen, die sich teils gesellschaftlich, teils
gutglaeubig als Grammtik des eigenen Denkens, als Geruest seines Bewußtseins konstituiert haben. Man ist selbst
die Falle.
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Saturday, April 21. 2007Simplifizierung
Einen komplexen Prozess, den wir als Chemoluminiszens kennen, simplifiziert.
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